Haudenosaunee - Volk des Langhauses
Posted on Juli 11, 2007 - Filed Under Allgemein |
Zu Gast: Joanne Shenandoah (Oneida), Singer – Songwriterin und Friedensbotschafterin

Unter dem Motto Haudenosaunee – Volk des Langhause plant das Kinderkulturzentrum Raiteberg (KiKuZ) der Stadt Konstanz vom 29. Oktober bis 1. November eine weitere Indianerwoche für Kinder und interessierte Eltern. Friedensbotschafterin und Stargast der Veranstaltung ist die in Nordamerika bekannte und beliebte indianische Sängerin Joanne Shenandoah, Mitglied der Oneida-Nation und Angehörige des Wolf-Klans. Sie lädt am Donnerstag, 1. November um 15.00 Uhr zu einem außergewöhnlichen Konzert für Kinder und Familien ins Konstanzer Kulturzentrum in den Wolkensteinsaal ein.
Joanne Shenandoah, die als erste Indianerin für den begehrten „Grammy-Musikpreis“ nominiert wurde, ist u. a. im Weißen Haus, in der berühmten New Yorker Carnegie Hall und bei Woodstock `94 aufgetreten. Außerdem war sie zusammen mit dem Dalai Lama, Nelson Mandela und weiteren Persönlichkeiten Sprecherin der World Religious Freedom Conference in Kapstadt, Südafrika.

Im Mittelpunkt der Indianerwoche Haudenosaunee – Volk des Langhauses steht die Kultur der Irokesenvölker Nordamerikas, die eines der ältesten demokratischen Systeme der Menschheit entwickelt haben. Bei ihnen suchten z. B. die Frauen (Klan-Mütter) die Häuptlinge aus und setzten sie wieder ab, wenn sie ihrer Verantwortung nicht nachkamen. An dieser Position zeigt sich, dass den Frauen traditionsgemäß großer Respekt und Achtung gezollt wurde.
Ihre Arbeit in der Gemeinschaft war als gleichwertig anerkannt. Zudem wurde – ein Aspekt der matriarchalischen Gesellschaftsstruktur – die Verwandtschaft mütterlicherseits nachgewiesen.
Diese besondere Form der Staatsführung imponierte den weißen Eroberern. Benjamin Franklin orientierte sich bei der Abfassung seines Konzepts für die spätere Verfassung der USA nach seinen eigenen Worten an der rätedemokratischen Gesellschaft der Irokesen-Konförderation. Als die erste Verfassung der „Neuen Amerikanischen Welt“ am 15. Dezember 1791 in Kraft trat, blieben die eigentlichen Urheber der großen Prinzipien jedoch unerwähnt und werden als solche bis heute den amerikanischen Kindern in ihren Schulbüchern vorenthalten.
Vor Ankunft der Europäer gründeten die Irokesen-Völker feste Dorfsiedlungen. Ihr tägliches Leben spielte sich in Langhäusern ab. Die Siedlungen lagen am Rande der großen Wälder in den Flussebenen und in den Tälern des Appalachen-Gebirges. Das günstige Klima und der fruchtbare Boden vereinfachten die Kultivierung des Landes, wodurch die Mohawks z. B. zu Ackerbauern wurden.


Programmübersicht:
Freitag, 26. November, um 18 Uhr
Informationen rund um die Langhaus-Kultur der Irokesenvölker
anschließend Film:
Zwischen den Fronten
(The Broken Chain)
USA 1993, Regie: Lamont Johnson
Darsteller/innen : Buffy Sainte-Marie, Pierce Brosnan, Graham Greene u. a.
Dauer: 89 Min, ab 10 Jahren
Man schreibt das Jahr 1755. Die sechs Stämme der Irokesen, seit vielen Jahren in Frieden lebend, werden in die kriegerischen Auseinandersetzungen der Engländer und Franzosen mit hineingezogen. Viele Indianer wollen den Frieden erhalten und sprechen sich gegen eine Kooperation mit den verfeindeten Mächten aus. Jedoch wird Joseph Brant, ein junger indianischer Mohawk Krieger von seinem Freund Sir William Johnson, einem britischen Befehlshaber, überredet, auf der Seite der Engländer zu kämpfen. Joseph Brant schließt sich mit seinem Stamm den Engländern an. Die Franzosen sind stärker als vermutet und die Verluste unter den Indianern hoch.
Obwohl Joseph Brant als großer Führer seiner Nation in die Geschichte einging, musste er erkennen, dass seine Entscheidung falsch war. Die abgeschlossenen Verträge mit den Engländern und Siedlern wurden gebrochen und immer mehr Weiße strömen in das Land der Indianer ein und verdrängen sie aus ihren Gebieten.
Unkostenbeitrag: Kids 1,50 Euro, Erwachsene 2,50 Euro
Montag, 29. Oktober
Von 9.30 bis 12.00 UhrEinführung in die Langhaus-Kultur der Irokesenvölker, anschließendHiawatha – Eine indianische Legende
USA 1996, Regie: Jeffrey Shaw
Darsteller/innen: Lightfoot, Adam Beach, Graham Greene, Irene Bedard u. a.
Dauer: 114 Min, ab 8 JahrenEnde des 14. Jahrhunderts reiste Hiawatha in die indianischen Siedlungsgebiete rund um die großen Seen Erie, Huron und Ontario, sowie in die Gebiete des heutigen Bundesstaates New York. Sein Ziel war es, die einzelnen Stammesräte zum Zusammenschluss zu bewegen und die Feindschaft zwischen den einzelnen Völkern zu beenden. Bevor Hiawatha Frieden unter den Indianervölkern stiften konnte, musste er heldenhafte Taten vollbringen und sogar indianische Geistwesen bekämpfen.Noch bevor die Indianer Christoph Kolumbus in Amerika willkommen hießen, vermittelte Hiawatha erfolgreich zwischen den fünf Stämmen der Mohawk, Onondaga, Cayuga, Oneida und Seneca, die sich zu einem Bündnis zusammenschlossen. 1715 wurden die Tuscarora in das Nationenbündnis mit aufgenommen. Es nennt sich bis heute „The Six Nation Iroquois Confederacy“
Unkostenbeitrag: Kinder 1,50 Euro, Erwachsene 2,50 Euro
Dienstag, 30. und Mittwoch, 31. Oktober
Jeweils von 9.30 bis 12.30 UhrWenn „Erzählender Gürtel“ von den „Drei Schwestern“ berichtet
Kreatives Gestalten mit unterschiedlichen Materialien„Drei Schwestern“ nennen die Irokesen ihre Grundnahrungsmittel Mais, Bohnen und Kürbisse. Diese Früchte sind den Indianern heilig und wurden mit Fleisch von gelegentlichen Streifzügen und mit Fisch aus den wasserreichen Gebieten ergänzt.Der „Erzählende Gürtel“ hält mit seinen Verzierungen und Motiven Sagen und Mythen fest und bewahrt somit das geistige Erbe der Irokesenvölker. An den beiden Tagen können die jungen TeilnehmerInnen kreativ tätig werden und viele schöne Dinge gestalten wie z. B. Hair Wraps, Traumfänger aus Naturmaterialien, Perlen- und Lederarbeiten, Malen von sogenannten Klan-Tieren (Bär, Wolf, Schildkröte und Biber), Kochen mit den „Drei Schwestern“ usw.Unkostenbeitrag: Jeweils 2,50 Euro pro Tag
Wichtig: Gruppen bitte unbedingt voranmelden!
Donnerstag, 1. November
um 11.00 UhrIn Planung: Pflanzen eines Friedensbäumchen im Konstanzer Herosé-Park, den Joanne Shenandoah auf indianische Art segnen wird. Leider konnte bis zum Redaktionsschluss des Programms noch nicht sicher geklärt werden, ob die Aktion stattfinden kann. Insofern bitten wir alle interessierten Kinder und Eltern während der Indianerwoche im KiKuZ nachzufragen.Der Friedensbaum (Peace Tree) der Irokesen ist die „Great White Pine“, aus dem immer fünf Nadeln aus einem Knoten wachsen. Diese symbolisieren die fünf Gründungsnationen des Irokesenbundes. Unter den Wurzeln wurden sämtliche Waffen vergraben mit denen sich die einzelnen Stämme vor Eintreffen Hiawathas bekriegt hatten. Die Wurzeln erstrecken sich in alle Himmelsrichtungen, um andere Völker vom Gedanken des Friedens zu erfassen und ihnen den Schutz unter dem Friedensbaum anzubieten.Um 15.00 Uhr
Konzert mit Joanne ShenandoahDas KiKuZ-Team, das Konstanzer Kulturbüro sowie die Integrationsbeauftragte der Stadt Konstanz laden Kinder, Eltern und Interessierte zu einem außergewöhnlichen Konzert mit Friedensbotschafterin Joanne Shenandoah ein. Die Oneida-Indianerin wird am Donnerstag, 1. November um 15 Uhr ein Konzert für Familien im Kulturzentrum am Münster (Wolkensteinsaal) geben. Natürlich befinden sich in ihrem Programm auch indianische Kinderlieder. Joanne wird ihre Songs erklären, um dem Publikum Einblick in die Kultur der Irokesenvölker zu gewähren. Selbstverständlich werden wichtige Informationen ins Deutsche übersetzt.
In Kooperation: KiKuZ Raiteberg, Konstanzer Kulturbüro, städtische Integrationsbeauftragte
Eintritt: Bitte an der Tageskasse im Kulturzentrum erfragen.


Weitere Informationen:
Kinderkulturzentrum Raiteberg (KiKuZ)
Rebbergstraße 34
D-78464 Konstanz
Tel.: 07531-54197
Email: kikuz@stadt.konstanz.de
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